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Aktien richtig bewerten: Peter Thilo Hasler präsentiert alle Verfahren

Wie bewertet man eine Aktie? Die Beantwortung dieser Frage entscheidet über Erfolg und Misserfolg an der Börse. Dennoch sind verständliche Bücher zu diesem Thema in Deutschland eher Mangelware. Entweder sind die Bücher zur Unternehmensbewertung sehr populärwissenschaftlich geschrieben und damit für den ambitionierten Aktionär nutzlos, oder sie sind für diesen nur schwer verständlich, weil sie von Professoren für Studenten und akademische Kollegen geschrieben wurden. Nun wird diese Lücke geschlossen. „Aktien richtig bewerten“ von Peter Thilo Hasler (Foto)  beschreibt alle relevanten Bewertungsverfahren, vom Dividendendiskontierungsmodell über Wertschöpfungs- und DCF-Modelle bis hin zur relativen Bewertung einer Aktie im Vergleich zu anderen.

Auf Spezialprobleme wie die Bewertung von Wachstums- oder Immobilienaktien, von zyklischen Unternehmen oder von Markenwerten geht der Autor ebenso ein wie auf die Bewertung zum Börsengang. Und bei der Darstellung der wichtigsten Fehlerquellen der Aktien-Bewertung können auch Profis noch einiges lernen.

Alle Modelle und Formeln werden anhand von praktischen Beispielen anschaulich erläutert. Der interessierte Leser kann so die Theorie sofort für seine Aktie anwenden und ein Kursziel berechnen. Viel mehr als der Geschäftsbericht, ein Taschenrechner oder PC sind hierfür nicht erforderlich. Ohne in ein für den Laien unverständliche Fachchinesisch zu verfallen, ist das Buch „Aktien richtig bewerten“ trotz seiner 500 Seiten eine kurzweilige Lektüre.

financial.de: Herr Hasler, glauben Sie, dass man Aktien bewerten kann?

Peter Thilo Hasler: Wenn man sieht, dass bei Aktien und selbst beim DAX Tagesverluste von 5 Prozent und mehr keine Seltenheit mehr sind, könnte man fast den Eindruck bekommen, dass dies nicht möglich ist. Mit Hilfe der fundamentalen Aktienbewertung können derartige Tagesschwankungen natürlich nicht vorhergesagt werden. Wer das will, sollte sich wohl eher eine Glaskugel kaufen.

HaslerEine seriöse Bewertung ist die Grundlage für einen langfristigen Erfolg an der Börse. Dafür, dass man im Durchschnitt langfristig mehr Aktien kauft, die steigen als fallen, und solche Aktien meidet, die wahrscheinlich fallen werden. Dafür, dass man signifikante Über- oder Unterbewertungen erkennt und nicht auf das Marketing des Managements hereinfällt, also auf die vermittelte „Story“. Um das zu erreichen, ist es unabdingbar, das Handwerkszeug zu beherrschen. Leider wird dieses in Deutschland kaum richtig vermittelt, weder an den Universitäten, wo sich Akademiker hierzulande eher mit Detailfragen beschäftigen, noch in den zahllosen Zeitschriften und Börsenratgebern, die sich meist eines Themas annehmen, das gerade Hype ist und verdächtige Titel tragen wie beispielsweise „Reich werden an der Börse“ oder „Die zehn günstigsten Aktien“.

financial.de: Ihr Buch „Aktien richtig bewerten” ist dazu in der Lage?

Hasler: Es geht doch schon damit los, das die wenigsten wissen, welches Bewertungsverfahren für welches Unternehmen geeignet ist. Soll man eine Aktie anhand des KGV bewerten oder mit Hilfe des EV/EBIT-Multiplikators? Wann soll man ein DCF-Modell anwenden und welches? Überhaupt DCF: Viele lehnen sie ab, weil man mit ihnen angeblich jedes beliebige Ergebnis „ableiten“ kann.

Das stimmt leider nur, wenn das Modell nicht konsistent angewendet wird. Wenn im Terminal Value Wachstumsraten angelegt werden, die nicht mit der Realität übereinstimmen. Wenn Zinsen gewählt werden, die nicht zur Fristigkeit einer Unternehmensbewertung passen. Oder Betas, die nicht zum unternehmerischen Risiko passen.

Den Wenigsten ist bewusst, dass mit einem einfachen Multiplikator wie dem KGV auch implizite Aussagen über die Höhe der Dividende, die Verzinsung des Eigenkapitals und die langfristige Wachstumsrate des Unternehmens getroffen werden, alles Faktoren, die auch den Wert eines Unternehmens im DCF-Modell bestimmen.

financial.de: Klingt ziemlich kompliziert.

Hasler: Ist es aber nicht. Natürlich muss sich der Leser auf einige Formeln einlassen und die theoretischen Grundlagen begreifen. Es ist jedoch der Anspruch des Buches, alle Formeln anhand von praktischen Beispielen zu erläutern. Der Leser kann das Modell sofort anwenden und eine bestimmte Aktie bewerten. Ich habe das Buch nicht nur für Analysten oder Fondsmanager geschrieben, oder für Journalisten, die sicherlich auch eine Menge daraus lernen können. Das Buch wendet sich auch an den sogenannten Privat- oder Kleinaktionär, denn für ihn haben die führenden Kreditinstitute dieses Landes ja immer noch kein Konzept entwickelt, wie sie ihn sinnvoll in seinen Anlagebestrebungen unterstützen können. Sie finden in diesem Buch das in der Praxis benötigte Grundlagenverständnis für eine pragmatische und zeiteffiziente Unternehmensbewertung sowie ausreichend Hinweise auf dessen weitere Vertiefung.

Peter Thilo Hasler ist seit fast 20 Jahren Finanzanalyst. Er hat zahlreiche Unternehmen analysiert und an die Börse begleitet, darunter Premiere/Sky Deutschland, die Software AG oder SKW Stahl-Metallurgie. Er ist Vorstand der Blättchen & Partner AG, einer Unternehmensberatung für Corporate Finance bzw. Unternehmensfinanzierung, und Gründer der Sphene Capital GmbH, eines Equity-Research-Anbieters. Er ist stellvertretender Vorsitzender der DVFA-Mid and Small Cap Experts Group und hat an diversen Büchern zu Börsenthemen mitgewirkt bzw. diese verfasst.

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